Gemeinsame 25-Punkte-Vereinbarung regelt Nutzung zum Schutz des Useriner SeesMüritz-Nationalpark-Partner

Die Gemeinde Userin, die Useriner See und Steg Initiativen, die beteiligten Vereine und Bürger sowie das Nationalparkamt Müritz sind sich sicher, dass die im Ergebnisprotokoll enthaltenen Maßnahmen zum Schutz und zur Nutzung des Sees nach den zahlreichen Abstimmungsrunden mit guten Vorsätzen umgesetzt werden.

Kompromiss zwischen Schutz und Nutzung gefunden

Der Useriner See liegt im Müritz-Nationalpark. Es gelten daher die Regeln der Nationalparkverordnung. Das bedeutet, dass diesem Gebiet Raum und Zeit für eine natürliche Entwicklung ermöglicht wird. Wirtschaftliche Nutzung und Regulierung durch menschliche Eingriffe ist weitgehend ausgeschlossen. Nationalparks dienen primär als Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere und tragen zum Schutz der Biodiversität im nationalen aber auch internationalen Kontext bei - Gebiete die angesichts des globalen Wandels aber auch der Klimaveränderungen wichtiger denn je sind. Grenzen findet dieser Schutz aber in Bereichen mit unmittelbar angrenzender Besiedlung. Der Useriner See besitzt traditionell und geographisch begründet eine erhebliche Bedeutung für die Erholung. Während auf den meisten Seen im Nationalpark das Schutzziel Vorrang hat, ist hier die Erholungsnutzung in abgewogener Form möglich. Die jetzt gemeinsam entwickelte Allgemeinverfügung 2018 berücksichtigt die Ansprüche von Schutz und Nutzung in einer Liste von Regeln für die Befahrung mit Booten inklusive Ein- und Aussetzstellen, Angelnutzung und ausgewiesenen Badestellen.

Regeln für Bootsfahren, Baden und Angeln

Generell ist nur die Nutzung muskelgetriebener Wasserfahrzeuge bis max. 7 Meter Länge sowie windgetriebener Wasserfahrzeuge mit einer Segelfläche bis max. 20 m2 auf dem Useriner See erlaubt. Die Nutzung von Motoren ist, ebenso wie auf allen anderen Gewässern im Nationalpark, verboten. Die Zahl von 30 Segelbooten, die gleichzeitig auf dem See sind, sollte nicht überschritten werden. Die Nordspitze des Sees wird für jegliches Befahren ganzjährig gesperrt. Gelbe Bojen werden in Zukunft diesen Gewässerbereich kennzeichnen, der für Wasservögel und weitere Pflanzen und Tiere geschützt wird.Drei Badestellen sind auf der Karte in der neuen Allgemeinverfügung ausgezeichnet: in Userin (Ostufer), Useriner Mühle (Südufer) und am Campingplatz (Westufer). Die Unterhaltung inklusive Müll- und Toilettenmanagement obliegt der Gemeinde Userin bzw. dem Campingplatz.
Das Angeln ist nur mit gültiger Angelkarte gestattet. Es darf vom Boot aus, von den bestehenden baulichen Anlagen und den offenen Uferstellen in den Ortslagen Userin und Useriner Mühle sowie des Campingplatzes aus geangelt werden. Für die strittigen Stege wurden Kompromisslösungen gefunden.

Perspektiven für den Useriner See

Mit diesen Bestimmungen in der vorgelegten Allgemeinverfügung mündet nicht nur ein zweijähriger Prozess der Arbeitsgruppe Useriner See in einen erfolgreichen Abschluss, sondern auch ein zwölfjähriges Ringen um Schutz und Nutzung des Sees. Die Ergebnisse der acht öffentlichen Sitzungen wurden transparent auf den Internetseiten der Gemeinde veröffentlicht. "Ich glaube nicht, dass es gegen die Verfügung Wiedersprüche geben wird. Es waren ja alle mit einbezogen. Das ist das erste Mal, dass es erst eine Einigung und dann eine Allgemeinverfügung gibt", sagte Axel Malonek, Bürgermeister der Gemeinde Userin. Und auch Dr. Sven Rannow vom Nationalparkamt Müritz ist zufrieden: "Wir haben während der zweijährigen Verhandlungen unter anderem eine gemeinsame Erfassung der Wasservögel auf dem Useriner See durchgeführt. Dabei haben uns Useriner Bürger und Bürgerinnen geholfen und gezeigt, dass ein großes Interesse an der schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt besteht." Eine umfangreiche Untersuchung der Wasserqualität wurde 2018 in Auftrag gegeben, Ergebnisse werden Anfang 2019 erwartet. Alle erhoffen sich, dass die neuen Nutzungsregeln einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur am Useriner See leisten werden.