Gehölzrodungen und Landschaftspflegearbeiten am Ostufer der FeisneckMüritz-Nationalpark-Partner

Bäume und Sträucher haben in den letzten Jahren stark zugenommen und beschatten nun die Flächen. Um die Bedingungen für die hier noch vorkommenden seltenen Halbtrocken-, Trocken- und Magerrasen zu verbessern, werden mehrere der seeseitig aufgewachsenen Bäume gefällt. Der Uferwald wird damit weitgehend verschwinden. Hangseitig sind es vor allem Schlehengebüsche, die immer weiter an den Weg und seitlich in die Offenflächen hineinwachsen. Diese sollen samt Wurzeln gerodet werden, um ein erneutes Austreiben zu verhindern.

Auch auf dem Hang selbst wird der Gehölzaufwuchs beseitigt. Die so entstandenen Offenflächen sollen in den Folgejahren regelmäßig gemäht werden, um einen erneuten Aufwuchs von Bäumen und Sträuchern zu vermeiden. Mit diesen radikal anmutenden Arbeiten wird sich das bislang gewohnte Bild der Landschaft deutlich ändern. Bis vor wenigen Jahrzehnten war die Landschaft jedoch noch viel offener, wie ein Foto von Anfang der 1980er Jahre zeigt.

Träger dieser Maßnahmen ist die Deutsche Bahn. Es handelt sich um eine sogenannte Ersatzmaßnahme, denn bei den Arbeiten zur Umgestaltung des Warener Bahnhofs wurden Trockenbiotope zerstört. Daraus resultiert die Verpflichtung, solche Biotope an anderer Stelle neu anzulegen oder in einen guten Zustand zu versetzen.

Die Arbeiten sind im Vorfeld mit dem Nationalparkamt Müritz und der Stadt Waren abgestimmt. Das Ostufer der Feisneck zählt in diesem Bereich zur Pflegezone des Müritz-Nationalparks. Hier finden seit vielen Jahren verschiedene Maßnahmen zum Erhalt bedrohter Pflanzenarten, wie z.B. die Schafbeweidung statt.

Hintergrund

Am Ostufer der Feisneck wächst eine Vielzahl von seltenen und bedrohten Pflanzenarten, wie z.B. der Sumpfsitter (Epipactis palustris), die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), die Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und die Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria). Im Bereich des Pfennigberges kommen insgesamt 19 Pflanzenarten vor, die in der Roten Liste als gefährdet oder vom Aussterben bedroht aufgeführt werden.

Diese Arten sind auf eine regelmäßige Pflege angewiesen. Ansonsten würden sie von konkurrenz-stärkeren Pflanzenarten verdrängt. Die Landschaft wird deshalb bereits seit Ende der 1980er Jahre als Naturschutzfläche regelmäßig gepflegt. Viele der hier vorkommenden Pflanzengesellschaften sind durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der europäischen Gemeinschaft besonders geschützt und sind somit zwingend in einem guten Zustand zu erhalten.

 

Quelle: Pressemitteilung, Nationalparkamt Müritz